Vom Hören und Verstehen
Es tut mir leid, wenn ich mich noch immer etwas rar mache, aber es sind Termine, Verpflichtungen und auch Gedanken die mich beschäftigen. Und wenn es das nicht gerade ist, dann fällt eben mein Provider für fast den ganzen Tag aus, so wie gestern. 
Inzwischen war ich noch einmal zur Besprechung, was die ganzen Untersuchungen von letzter Woche ergeben haben. Mein Hörverlust war bei diesem Hörsturz beträchtlich, beiden Seite sind jetzt von einem Hörverlust von über 60 Prozent betroffen. Da kann man auch mit Hörgeräten nicht viel machen. Jetzt bin ich eine Kanditatin für ein Cochleaimplantat. Zunächst erfolgt da ein Krankenaufenthalt von 3 Tagen, ob ich dafür auch geeignet bin. Und natürlich jede Menge Informationen für mich. Wenn einem am Kopf ein Loch gebohrt wird, dann sollte das gut überlegt sein. Das werde ich zunächst auf mich zukommen lassen, entscheiden kann ich das immer noch. Und natürlich werde ich auch mit Betroffenen Kontakt aufnehmen.
Mein großer Hörverlust ist eine lange Geschichte, und hat sich über viele Jahre hingezogen. Angefangen hat das schon vor gut 15 Jahren mit einem Hörsturz auf der linken Seite. Dann kam später noch ein "Kleinerer" und im Jahre 2000 der richtig große Hörsturz, verbunden mit Morbus Meniere, einer Gleichgewichtsstörung, unter der ich teilweise sehr stark gelitten habe. Nach etwas über 2 Jahren hat sich das gebessert, inzwischen habe ich da nur noch selten Schwierigkeiten. Vor ungefähr 5 Jahren ging es auf dem rechten Ohr los, zunächst nicht so dramatisch, aber doch bemerkbar. Und da hatte ich jetzt einen recht drastischen Hörsturz, und bin ohne Hörgeräte so gut wie taub.
Da sich das alles verhältnismäßig langsam vollzogen hat, bin ich damit auch zurecht gekommen. Stück für Stück habe ich mich von meinem Gehör verabschiedet, ohne jetzt besonders darunter zu leiden. Das tue ich auch jetzt nicht. Ich habe das Gefühl, dass mir geholfen wird, und auch, dass es besser wird. Vollkommenes Sprachverständnis werde ich nie mehr haben, aber ausreichendes. Und das genügt mir. In meinen Augen gibt es schlimmeres. Wenn ich nicht mehr Sehen könnte, oder ich wäre nicht mehr Mobil. Oder Schmerzen. Auf diese Weise kann ich noch am gesellschaftlichen Leben nehmen, und die Einschränkungen sind für mich tragbar.
Auch ist mir eine Geschichte aus meiner Jugend dazu eingefallen. Ich war höchstens 16 oder 17 Jahre alt, da war ich auf einer Gartenparty. Keine richtige Party, sondern mehr ein gemütliches Zusammensitzen an einem schönen Sommerabend mit Vollmond. Etwas Musik, etwas Alkohol und es wurde viel gelacht. Es war schon weit nach Mitternacht, da wollte ich unbedingt Spazieren gehen und die Blätter im Wind hören, weil ich das so schon fand. Jemand hat mich dann begleitet, und wir sind stundenlang durch die Stadt und in einem nahen Wald gewesen, und ich habe immer nur nach oben geschaut mit mir die Blätter im Wind angesehen. Das habe ich später noch oft gemacht, aber an dem Abend habe ich gesagt: "Wer weiß wann es wieder so schön ist." Da war keine Romantik dabei, ich kann mich nicht einmal erinnern, wer da mitgekommen ist, aber die Blätter höre ich manchmal noch wenn ich die Augen schließe. Und manche haben nicht einmal solche Erinnerungen.
Und so habe ich früher oft bewusst gehört, ich bin morgens extra früh aufgestanden um den Sonnenaufgang zu hören, oder auch Musik habe ich viele Male genossen, und nicht nur nebenbei gehört. Ich betrachte das daher jetzt nicht als Verlust, sondern als Abschluss. 
Ursachen dafür gibt es viele, und ganz genau kann das keiner sagen. Sicherlich ist da die Veranlagung für da, und jedem Hörsturz gingen für mich Ereignisse voraus. Meine Ehe, die Trennung, der Neuanfang, für 60-Stunden-Arbeitswochen bin ich offensichtlich auch nicht geeignet, oder auch der Verlust der Arbeit. Oder jetzt die Arbeitssuche mit allem was dazu gehört. Vielleicht mache ich mir das alles zu schwer und nehme das auch meist oft zu persönlich, dass ich dann immer einen Hörsturz bekomme. Deswegen werde ich mir auch gleichzeitig Unterstürzung und Beratung suchen, denn für noch so einen Hörsturz habe ich keinen Freiraum mehr.
Das ist jetzt allerhand was ich da geschrieben habe, aber ich wollte das mal insgesamt alles hier im Blog schreiben. Nicht um Mitleid zu bekommen, sondern damit man es versteht. Nicht nur mich, sondern Schwerhörigkeit ist insgesamt die am meisten vertretene Behinderung. Und ganz sicher ist da jemand im Umfeld, und einige sind sogar selbst betroffen, wie ich es schon durch Kommentare mitgekommen habe.
Das sollte aber für heute reichen, ich wünsche allen noch einen schönen Tag.
Ich selbst werde heute mal nichts tun, sondern einfach nur gammeln. Das Wetter lädt ja zu nichts anderen ein. 
Inzwischen war ich noch einmal zur Besprechung, was die ganzen Untersuchungen von letzter Woche ergeben haben. Mein Hörverlust war bei diesem Hörsturz beträchtlich, beiden Seite sind jetzt von einem Hörverlust von über 60 Prozent betroffen. Da kann man auch mit Hörgeräten nicht viel machen. Jetzt bin ich eine Kanditatin für ein Cochleaimplantat. Zunächst erfolgt da ein Krankenaufenthalt von 3 Tagen, ob ich dafür auch geeignet bin. Und natürlich jede Menge Informationen für mich. Wenn einem am Kopf ein Loch gebohrt wird, dann sollte das gut überlegt sein. Das werde ich zunächst auf mich zukommen lassen, entscheiden kann ich das immer noch. Und natürlich werde ich auch mit Betroffenen Kontakt aufnehmen.
Mein großer Hörverlust ist eine lange Geschichte, und hat sich über viele Jahre hingezogen. Angefangen hat das schon vor gut 15 Jahren mit einem Hörsturz auf der linken Seite. Dann kam später noch ein "Kleinerer" und im Jahre 2000 der richtig große Hörsturz, verbunden mit Morbus Meniere, einer Gleichgewichtsstörung, unter der ich teilweise sehr stark gelitten habe. Nach etwas über 2 Jahren hat sich das gebessert, inzwischen habe ich da nur noch selten Schwierigkeiten. Vor ungefähr 5 Jahren ging es auf dem rechten Ohr los, zunächst nicht so dramatisch, aber doch bemerkbar. Und da hatte ich jetzt einen recht drastischen Hörsturz, und bin ohne Hörgeräte so gut wie taub.
Da sich das alles verhältnismäßig langsam vollzogen hat, bin ich damit auch zurecht gekommen. Stück für Stück habe ich mich von meinem Gehör verabschiedet, ohne jetzt besonders darunter zu leiden. Das tue ich auch jetzt nicht. Ich habe das Gefühl, dass mir geholfen wird, und auch, dass es besser wird. Vollkommenes Sprachverständnis werde ich nie mehr haben, aber ausreichendes. Und das genügt mir. In meinen Augen gibt es schlimmeres. Wenn ich nicht mehr Sehen könnte, oder ich wäre nicht mehr Mobil. Oder Schmerzen. Auf diese Weise kann ich noch am gesellschaftlichen Leben nehmen, und die Einschränkungen sind für mich tragbar.
Auch ist mir eine Geschichte aus meiner Jugend dazu eingefallen. Ich war höchstens 16 oder 17 Jahre alt, da war ich auf einer Gartenparty. Keine richtige Party, sondern mehr ein gemütliches Zusammensitzen an einem schönen Sommerabend mit Vollmond. Etwas Musik, etwas Alkohol und es wurde viel gelacht. Es war schon weit nach Mitternacht, da wollte ich unbedingt Spazieren gehen und die Blätter im Wind hören, weil ich das so schon fand. Jemand hat mich dann begleitet, und wir sind stundenlang durch die Stadt und in einem nahen Wald gewesen, und ich habe immer nur nach oben geschaut mit mir die Blätter im Wind angesehen. Das habe ich später noch oft gemacht, aber an dem Abend habe ich gesagt: "Wer weiß wann es wieder so schön ist." Da war keine Romantik dabei, ich kann mich nicht einmal erinnern, wer da mitgekommen ist, aber die Blätter höre ich manchmal noch wenn ich die Augen schließe. Und manche haben nicht einmal solche Erinnerungen.
Ursachen dafür gibt es viele, und ganz genau kann das keiner sagen. Sicherlich ist da die Veranlagung für da, und jedem Hörsturz gingen für mich Ereignisse voraus. Meine Ehe, die Trennung, der Neuanfang, für 60-Stunden-Arbeitswochen bin ich offensichtlich auch nicht geeignet, oder auch der Verlust der Arbeit. Oder jetzt die Arbeitssuche mit allem was dazu gehört. Vielleicht mache ich mir das alles zu schwer und nehme das auch meist oft zu persönlich, dass ich dann immer einen Hörsturz bekomme. Deswegen werde ich mir auch gleichzeitig Unterstürzung und Beratung suchen, denn für noch so einen Hörsturz habe ich keinen Freiraum mehr.
Das ist jetzt allerhand was ich da geschrieben habe, aber ich wollte das mal insgesamt alles hier im Blog schreiben. Nicht um Mitleid zu bekommen, sondern damit man es versteht. Nicht nur mich, sondern Schwerhörigkeit ist insgesamt die am meisten vertretene Behinderung. Und ganz sicher ist da jemand im Umfeld, und einige sind sogar selbst betroffen, wie ich es schon durch Kommentare mitgekommen habe.
Das sollte aber für heute reichen, ich wünsche allen noch einen schönen Tag.
Trick_17 - 22. Mrz, 11:33



























