Mittwoch, 7. Februar 2007

Krankenhaus

Bevor ich mich da auslasse, sollte man sich zunächst die Frage stellen warum jemand in einem Krankenhaus aufgenommen wird. Zunächst die medizinische Betreuung. Kontrolle und auch Fürsorge. Falls es Probleme geben sollte, dass schnell eingegriffen werden kann. Dann auch um abzuschalten. Zu wissen, dass man gut aufgehoben ist, und dass für einen das Bestmögliche getan wird. Und genau das ist nicht immer möglich.

Teilweise war es für mich mehr belastend als eine Hilfe. Das lag nicht an dem Personal, im Gegenteil. Selbst wenn es mal etwas hektisch wurde, waren Schwestern und Pfleger immer freundlich und zu einem Lächeln aufgelegt. Nie hatte ich das Gefühl dass es zuviel wurde. Mein Problem waren die Mitpatienten, die daraus ein Happening gemacht haben. Bis zu 15 Besucher auf einmal in einem Dreibettzimmer war einfach zuviel. Dazu noch ein Meer von Blumen, und die Weigerung regelmäßig zu lüften. Stimmt, es ist Winter, aber im Zimmer war es schon durch die Klimaanlage immer angenehm warm. Besuch ist wichtig, aber man sollte sich und anderen Patienten Ruhe gönnen. In meinem Fall war es eine Bettnachbarin aus einem anderen Kulturkreis, deswegen wollte und habe ich da auch nichts weiter gesagt. Die junge Frau konnte genauso wie ich sich frei bewegen, das Feld habe ich geräumt. Warum ich da nichts weiter gesagt habe? Natürlich habe ich vorsichtig um Ruhe und auch frische Luft gebeten, aber um nicht als fremdenfeindlich zu gelten doch nichts weiter gesagt. Außerdem war das ja kein Dauerzustand. Vielleicht haben die Schwestern doch dann irgendwas gesagt, denn die letzten 2 Tage fand der Besuch in anderen Wartezonen statt. Ich selbst habe mich über Besuch gefreut, aber zu gesehen dass ich meine Ruhe habe. Also die Zeiten nicht allzu lang ausgedehnt und verteilt. Das kann man auch organisieren. Und was das Thema Blumen betrifft; so schön sie sind, aber in einem Krankenhaus freuen sich Patienten meist mehr über andere Sachen. Eine Kleinigkeit zu Essen wenn es geht, ein Buch oder Zeitschrift. Damit kann man sich beschäftigen, und die Blumen nimmt auch kein Mensch mit. Schade darum. Früher waren Besuchszeiten in Krankenhäuser strenger ausgelegt, und es ist auch schade, dass manche diese Lockerungen so ausnutzen.

Ein anderes Thema war hat das Essen. Nicht jeder mag alles, irgendwer meckert immer. Aber was die Zusammenstellung in dieser Klinik betrifft, damit wäre die Diätassistentin - oder wer das auch immer gemacht hat - bei einer Prüfung durchgefallen. Die Ernährungspyramide mag zwar gestimmt haben, aber Abwechslung gab es da auf keinen Fall. Es gibt nicht viele Sachen, die ich nicht besonders mag, und dazu gehören Möhren. Ausgerechnet die gab es jeden Tag. Als Beilage, Auflauf, so eine Art Möhrenragout, Salat... immer waren sie vorhanden. cool2 Dummer Zufall vielleicht, aber 7 Tage dasselbe Gemüse verwenden ist schon eine Leistung. Das ist aber auch meist nur in einer Krankenhausküche der Fall. Wird das Krankenhaus von außerhalb "beliefert" ist das Essen meist gleich viel besser. Da herrscht ein Konkurrenzkampf, und wenn zu viele Beschwerden sind, dann kommt der nächste Anbieter zum Zuge.

Und was mich auch noch sehr geärgert hat, ist die "Abzocke" von Patienten. Menschen, die schon krank sind. Bisher war es in jedem Krankenhaus so. Meist gibt es einen kleinen Shop, wo man sich das Nötigste besorgen kann. Vom Hygieneartikel bis zu Kleinigkeiten zum Essen. Da wurde eiskalt der Preis verdoppelt. Ladenmiete kostet zwar, aber die kostet auch in anderen Einkaufspassagen nicht wenig. Und da habe ich noch nie so etwas erlebt. Vielleicht in Bahnhöfen, aber da ist meist in der Nähe etwas zum "normalen" Preis. Als Patient darf man das Klinikgelände nicht verlassen.

In meinem gestrigen Beitrag wurden einige Fragen gestellt zu meinem Krankheitsverlauf und auch zu den Maßnahmen. Darauf gehe ich morgen noch einmal einmal ein. Auch zu den (mutmaßlichen) Ursachen, und was es alles für Möglichkeiten speziell für mich gibt. Ich möchte es heute nur nicht zu viel werden lassen. zwinker Eigentlich wollte ich auch nicht so viel Aufmerksamkeit für mich, sondern eher informieren. Für das Umfeld, in dem man sich bewegt, oder falls es jemanden selbst betrifft. Es ist schon ein ganz anderes Gefühl, wenn andere genauso denken. Auf jeden Fall bedanke ich mich für die Anteilnahme.
wulle

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